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Close Encounters 08

Close Encounters Wien, Bratislava, Budapest - Bericht

Festival SOHO IN OTTAKRING, 17. - 31. Mai 2008
Ragnarhof, 1160 Wien

CLOSE ENCOUNTERS  verbindet die drei Kulturmetropolen Wien, Bratislava und Budapest in der Repräsentation zeitgenössischer Kunst, der Förderung von Begegnungen und der Entwicklung einer „neuen Nähe”, die sich durch Reziprozität auszeichnet.

CLOSE ENCOUNTERS  wurde gefördert durch die ERSTE Stiftung, das BM für Unterricht, Kunst und Kultur, Kunstsektion, die Kulturabteilung der Stadt Wien, den Verein SOHO in Ottakring und das Collegium Hungaricum Wien.

CLOSE ENCOUNTERS  präsentierte im Rahmen von SOHO IN OTTAKRING Positionen der ProtagonistInnen der jungen Kunstszenen Bratislava und Budapest mit den Schwerpunkten Migration, Identität und der Rolle zeitgenössischer KünstlerInnen im heutigen gesellschafts-politischen Umfeld. Close Encounters bewegte sich im Spannungsverhältnis des Widerspruches zwischen Euphorie zum neuen geeinten Europa in kultureller Vielfalt und den sich nur langsam entwickelnden Rahmenbedingungen für einen grenzüberschreitenden kulturellen Austausch, sowie Ängsten und Vorurteilen in den Prozessen der Grenzöffnungen.

Die Präsentationen bei SOHO IN OTTAKRING umfassten eine Postproduktions-Ausstellung aus Bratislava, ein interaktives Online-Projekt über Migration und Nomadismus und eine Video-Installation über migrantische Identität. Diese Projekte wurden im Rahmen einer gemeinsamen Ausstellung im Ragnarhof, 1. Stock, gezeigt und verzeichneten einen regen Besucherstrom (2500 bei der Eröffnung, insgesamt 4.500). Zudem wurde die Performance Prayer Wheels aus Budapest an verschiedenen Orten des Festivals realisiert. Am 24. Mai fand ein Live-Act und DJ-Line aus Bratislava im Clubraum Ragnarhof statt. Im Hof installierte der Verein Niemandsland das Projekt Novy Zivot mit Gästen aus Bratislava.

Hintergrund

CLOSE ENCOUNTERS nahm die erfolgte Fertigstellung der Autobahnverbindung zwischen Wien und Bratislava und der endgültigen Grenzöffnung durch die Schengen-Erweiterung zum Anlass für die Entwicklung eines nachhaltigen kulturellen Austausches. Zwischen Wien und Bratislava, den nahesten beieinander liegenden Hauptstädten der Welt, hat sich der kulturelle Austausch seit der Wende 1989 nur sehr langsam entwickelt. Die gegenseitige Repräsentanz künstlerischen Schaffens und die Realisierung gemeinsamer Kulturprojekte liegen 18 Jahre nach 89 noch immer in keiner Relation zur räumlichen Nähe dieser Städte; dies gilt auch für Budapest. Eine Nähe, die ein enormes Potential an kultureller Vielfalt und Dichte in sich birgt und zugleich bedingt, die Beziehungen zwischen den Städten neu zu formulieren.

Zielsetzungen

  • Entwicklung eines nachhaltigen grenzüberschreitenden Kulturaustausches
  • Förderung zeitgenössischer KünstlerInnen in MOEL
  • Stärkung lokaler Initiativen und Szenen durch transnationale Vernetzung
  • Sensibilisierung einer möglichst breiten Öffentlichkeit für die jeweiligen Kunstszenen
  • Wechselseitige Beziehungen und neue Synergien zwischen den Kulturmetropolen
  • Abbau von Ängsten und Vorurteilen

Struktur

Projektleitung:
Verein KulturAXE
Caroline Fekete-Kaiser
1030 Wien, Esteplatz 7/1a,
Tel +43-1-713 38 08, Mobil (0)676 9111609
E-Mail: info@kulturaxe.com, www.kulturaxe.com

Kooperationspartner:
Verein SOHO in Ottakring, Wien
Ragnarhof Wien
Billboart Gallery Europe, Bratislava
Nationalgalerie Bratislava
HINTS Institute Budapest
Museum Ludwig Budapest
CEPERU, Budapest

KünstlerInnen Bratislava / Budapest:
Henrich Borároš, Aneta Mona Chisa,
Egoart (Viktor Frešo, Lukáš Haruštiak),
Richard Fajnor, Roland Farkaš,
Dorota Kenderová, Mira Keratová, Marek Kvetan,
Veronika Šramatyová, Szilárd Szabó, Lucia Tkáčová,
Tamas Ilauszky, Eszter Ágnes Szabó,
Sonja Makrai, Zoltan Kunckel,
Julia Erzberger, Kata Mesterházy

MitarbeiterInnen / Kooperationen:
Emese Baliko (Kü Beratung Online Projekt)
Matthieu Baudier (Technikberatung und Bereitstellung)
Ali Osman Bayraktar (Interviewerfassungen und Photodokumentationen)
Christa Breininger (Jugendzentrum Hernals, Vermittlung)
Jan Fekete (Ausstellungsaufbau, Softwareberatung und Bereitstellung)
Mascha Fekete (Aufsicht und Ausstellungsbetreuung)
Nicolas Kaiser (Webgestaltung)
Magdolna Kocziha (Gästebetreuung und -Zimmer Künstler Budapest)
Gábor Kunszt (Webprogrammierung)
Katalin Mesterhazy (Graphik / Bildbearbeitung)
Erika Katalin Pàsztor (Kü Beratung Online Projekt)
László László Révész (Kontakte Budapest und künstlerische Beratung)
Peter Riedl (Technik)
Selda Saka (Übersetzungen)
Markus Scheba (Aufbau)
Peter Somogyi (Webprogrammierung)
Nelin Tunç (Strukturelle Koordination und lokale Kontakte)

Wir danken Ula Schneider für ihren persönlichen Einsatz und zahlreichen Hilfestellungen!

Es erscheint ein Katalog (voraussichtliches Datum: Oktober 08)

Programm und Termine

Samstag, 17. Mai - Samstag 31. Mai 2008

CLOSE ENCOUNTERS IN SOHO
ERÖFFNUNG Samstag, 17. Mai, 16 Uhr 30
Ragnarhof, 1. Stock, Grundsteingasse 12, 1160 Wien
Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny
Vertreten durch Labg. GR Katharina Schinner, Vizepräsidentin; Vorsitzende des Jungen Wirtschaftsverbandes
BezirksvorsteherFranz Prokop
Moderation: Caroline Fekete-Kaiser, KulturAXE
Zu den Projekten: Mira Keratová, Julia Erzberger, Katalin Mesterhazy, Zoltan Kunckel, Jürgen Reindl

Ausstellungen Ragnarhof:
Ausstellungsdauer: 17.05.-31.05.

CASE HISTORY
Postproduktions-Ausstellung in 10 Stationen
Kuratorin: Mira Keratová, Bratislava

TRANSBORDER / TRANSFRONTERA
Durch Umherziehen gekennzeichnete Lebensweise eines Menschen
Video-Installation, Zoltan Kunckel, HU/D

MODELL DES NEUEN NOMADISCHEN TYPUS.
Service for Item Conservation, Museum and Archive of Nomadism
Interaktiver Kunstraum und Multimedia Installation, 2008
Julia Erzberger (HU, D) - Kata Mesterházy (HU)

Performances / Live-Acts

Donnerstag, 22. Mai bis Sonntag 25. Mai
PRAYER WHEELS

Gebetsmühlen für den freien Gedankenfluss und positive Schwingungen
Prayer wheels for the free flow of thoughts and positive vibes
Interaktive Installation und Performance
HINTS Institute Budapest
Ragnarhof (im Hof) 1160 Wien, Grundsteingasse 12 und im öffentlichen Raum

Sa. 24.5., 18 Uhr 30
NEW NOMAD MUSEUM PRÄSENTATION

Ort: Ragnarhof, 1160, Grundsteing.12, 1. Stock
Festival SOHO in Ottakring
Katalin Mesterhazy und Julia Erzberger präsentieren ihr neues Online-Museum für "nomadische" persönliche Güter und die ersten Ergebnisse der Feldforschung bei SOHO in Ottakring.
Website:  www.nomad-museum.com

Sa. 24.5., 20 Uhr
Bratislava Live!
DJ-line & Live-Performance aus Bratislava

CLOSE ENCOUNTERS PRÄSENTATIONEN BEI DEM FESTIVAL SOHO IN OTTAKRING:

1. CASE HISTORY

Kuratorin: Mira Keratová, Bratislava
Ragnarhof, 17.5.-31.5.2008
KünstlerInnen: Henrich Borároš, Aneta Mona Chisa, Egoart (Viktor Freso, Lukas Harustiak), Richard Fajnor, Roland Farkas, Dorota Kenderová, Mira Keratová, Marek Kvetan , Veronika Šramatyová, Szilárd Szabó, Lucia Tkáčová

CASE HISTORY reflektiert anhand von zehn künstlerischen Aktionen und Interventionen im öffentlichen Raum den ironischen und auch subversiven Umgang der ProtagonistInnen der jungen slowakischen Kunstszene mit schwierigen Rahmenbedingungen und protokolliert gesellschaftspolitische Aussagen.

Case History by Mira Keratová
Case History is a postproduction presentation of live actions, performances, and interventions held in Slovakia for the past few years. The exhibition maps the period between the beginning of a new millennium and year 2004 in which Slovak Republic joined European Union. Since this period, the nature of artistic actions and interactions of artists with the public has shifted towards the public participation engagement, social transgressions, and various minority communities' incentives. Case History narrates the story of artists who through the specially adjusted documentation as well as the curator's commentary reflect their position of in the society, their role and responsibilities. Through artists' self-exposition within the presentations and their distinct take on the habitual practices of the society, artists identify their own position within a frame of the specific context. Artists point to the present situation in the society, in which their art is not only under-represented and underestimated, but in which they lose most of their social and moral influence. On the backdrop of a collapsed infrastructure of present day art industry, they find themselves lonely and stay isolated. What is more, they have to learn how to function within the limited possibilities of interaction with the public, for which they no longer hold the position of social shaman. The main idea of the presented exhibition was to bring these self-reflective performances back to the public. The performances that have already rang the bell in their own time and now they have become to be too much of an instant medium in order to faithfully reproduce the same experience (which is even more difficult within the context of an exhibition than through any oral narration). For this reason, the quasi-publication format has been chosen and designed from the substantially adjusted materials that discuss individual works from the perspective of the curator's objectives. The researched time period generated performances culminating into certain type of action. The concept of the exhibition confronts the idea of intervention into the living public space with the art history within the context of their continuing permanent past.

MODELL DES NEUEN NOMADISCHEN TYPUS.

Service for Item Conservation, Museum and Archive of Nomadism Interaktiver Kunstraum und Multimedia Installation, 2008
Julia Erzberger (HU, D) - Kata Mesterházy (HU)
Ragnarhof und Raum am Yppenplatz, 17.5.-31.5.2008

Als Servicestelle für FestivalbesucherInnen und EinwohnerInnen des Brunnenviertels mit Migrationshintergrund wurden hier persönlich wichtige Gegenstände und Geschichten über Interviews und Fotografie erfasst und archiviert und nomadische Lebenswege aufgezeichnet. Dafür wurde ein online-Raum (website) geschaffen, als virtueller Safe der wichtigsten nomadischen Güter in digitalisierten 3D Abbildungen. Dieses neue Archiv des Nomadismus war zeitgleich bei SOHO IN OTTAKRING einsehbar, und über die Website online gestellt.

Website:  www.nomad-museum.org

TRANSBORDER / TRANSFRONTERA

Durch Umherziehen gekennzeichnete Lebensweise eines Menschen
Video-Installation, Zoltan Kunckel, HU/D
Ragnarhof, 17.5.-31.5.2008

Für Transborder wurde im Ausstellungsraum ein abgedunkelter Raum geschaffen. Zwei synchronisierte Videoprojektionen liefen nebeneinander, bestehend aus sechs gleichgroßen Videosequenzen mit verschiedenen Inhalten. Die Projektionen wurden ergänzt durch Sound - vom Künstler gesprochener Text in drei Sprachen (Deutsch, Ungarisch, Spanisch) und Musik. Unter den sechs hochformatigen Videosequenzen, die den Künstler selbst darstellten, liefen zwei querformatige längliche Sequenzen mt Textbahnen oder Videoauschnitten.

PRAYER WHEELS

Gebetsmühlen für den freien Gedankenfluss und positive Schwingungen
Prayer wheels for the free flow of thoughts and positive vibes
HINTS Institute Budapest (Tamas Ilauszky, Eszter Ágnes Szabó, Sonja Makrai)
22.-25.Mai 2008

Interaktive Installation und Performance im Ragnarhof und öffentlichen Raum.
Vierteilige Gebetsmühle und Weltkarte angefertigt für die Festivalteilnahme SOHO IN OTTAKRING 08.
Diese Gebetsmühle entspringt dem Buddhismus und wird zum Straßenkunst-Objekt readaptiert mit Aussagen und ‚säkularisierten Mantras‘ - den Wünschen von MigrantInnen für ein neues Leben, ein neues Heim, für Respekt, u.a. Die dazugehörige Weltkarte stellt eine Migrations-Karte dar, mit den Migrationsrouten wie z.B. von Osteuropa zum Westen, von Mexiko zu den USA, von Afrika nach Südeuropa, Bangladesh nach Indien, Indien nach England, Pakistan nach Indien, usw.

Close Encounters Ausstellung SOHO in Ottakring Ragnarhof 2
Close Encounters Ausstellung SOHO in Ottakring
Ragnarhof 3
Close Encounters
Ausstellung SOHO in Ottakring Ragnarhof 4
Close Encounters Ausstellung SOHO in Ottakring Ragnarhof 6
Prayer Wheels 1
Prayer Wheels 2
Prayer Wheels 3
Nomad Museum Ausstellung Close Encounters 1
Nomad Museum Ausstellung Close Encounters 2
Nomad Museum Ausstellung Close Encounters 5
Nomad Museum Ausstellung Close Encounters 7
Nomad Museum Ausstellung Close Encounters 8
Nomad Museum Website 1
Nomad Museum Website 2
Case History Ausstellung SOHO 1
Case
History Ausstellung SOHO 2
Case History Ausstellung
SOHO 3
Case History Ausstellung SOHO 4
Case History Ausstellung SOHO 5
Case History Ausstellung SOHO 6
Transborder Ausstellung Close Encounters
Transborder Ausstellung Close Encounters 2
Transborder Ausstellung Close Encounters 3
Transborder Ausstellung Close Encounters 4
Transborder Video Stills 1
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